Programm

Hier findet ihr das vorläufige Programm. Neue Programmpunkte und eventuelle kleine Änderungen werden hier bis zum Camp-Beginn bekannt gegeben!

Dienstag 02.09.2014

Anreise/Ankunft

Nachmittags/Abends:

Allein machen sie dich ein.
Von Staatsgewalt und Organisierung

autonome antifa [w]

Wie funktioniert Repression, und warum funktioniert sie (immer noch) so gut? Die meisten von uns sind schon auf einigen Demos und wahrscheinlich auf noch mehr Antirep-Workshops gewesen. Bezugsgruppe und Rechtshilfenummer? Nichts davon ist wirklich neu. Trotzdem plagt viele die Angst vor Knüppel, Geldstrafe oder einem nervenaufreibendem Prozess. Strategien gegen Angst und Vereinzelung fehlen oft genauso wie Handlungsperspektiven auf der Straße. Dieser Workshop startet den Versuch das zu erklären, und zu ändern.

Mittwoch 03.09.2014

11:00 Uhr:

„Jetzt ist Schluss mit Trallalla …“
Workshop zum Sinn und Unsinn von Parolen
antifa-nt, München

Parolen gehören mit zum Wahrnehmbarsten von dem was wir als Linke so von uns geben – egal ob auf Demos oder Kundgebungen skandiert, auf Transparente und Klokacheln gepinselt oder auf Konzerten und Parties gegrölt. Allerdings haben wir den Eindruck dass es trotz dieser Verbreitung wenig kollektive Debatte über Form und Inhalt davon gibt.
In diesem Workshop wollen wir gemeinsam darüber diskutieren, warum wir als radikale Linke überhaupt Parolen rufen, welche Inhalte sich darüber vermitteln lassen und welche eher nicht und auch der Frage nachgehen, wann und wo manche Aussprüche eher weniger Sinn machen könnten als andere.

14:00 Uhr:

Die Deut­sche Bur­schen­schaft – Völ­ki­sches Den­ken zwi­schen Kon­ser­va­ti­vimus und ex­tre­mer Rech­ter
Gruppe Gegenstrom (…umsGanze!, Göttingen)

Seit Jahrzehnten fallen Burschenschaften der Deutschen Burschenschaft durch rassistische und nationalistische Äußerungen auf, trotzdem scheinen sie gesellschaftlich akzeptiert. Die Deutsche Bundesregierung bezeichnete die DB erst im Juli 2013 wieder als „eine demokratische Studentenorganisation“. Gute Verbindungen besitzt der Dachverband sowohl ins konservative als auch ins extrem Rechte Lager. Neben diversen deutschen Politikern der CDU/CSU und österreichischen FPÖ-Abgeordneten, sind auch die sächsischen NPD Abgeordneten Gansel und Schimmer Mitglied in einer DB-Burschenschaft. Nach weiteren rassistischen Vorfällen verließen im letzten Jahr zahlreiche „konservative“ Verbindungen den Dachverband.

Die ReferentInnen der Gruppe Gegenstrom aus Göttingen legen in dieser Veranstaltung den inhaltlichen Schwerpunkt auf das völkisch-rassistische Denken in der Geschichte und Gegenwart der DB. Sie wollen aufzeigen, dass die rassistischen und nationalistischen Vorfälle der letzten Jahre einer Tradition entstammen, die 200 Jahre bis zur Gründung der ersten Burschenschaften zurückreicht. Des weiteren sollen die Weltanschauungen der ausgetretenen, konservativen Verbindungen betrachtet werden, denn die Unterschiede zur völkischen Fraktion liegen hier nur im Detail.

18:00 Uhr:

Nationale Befreiung oder Befreiung von der Nation?
T. M. (Soziologe und freier Autor)

Wenn man die alltägliche Gewalt und die historischen Massengräber des Nationalismus betrachtet, verwundert es, dass linke Bewegungen auch heute noch im Nationalismus das Instrument zur Befreiung sehen. Tatsächlich stand – im bürgerlichen Sinne – hinter dem Konzept der Nation historisch aber auch eine emanzipatorische Idee: Es ging darum, Untertan_innen unabhängig von Herkunft und Stand zu gleichen und freien Subjekten zu machen, die sich im freiwilligen Zusammenschluss eine rationale politische Ordnung geben. Bekanntermaßen ist daraus nichts geworden. Stattdessen wurde die Idee der Nation für die demokratische Transformation der Gesellschaft schon bald von kulturalistischen und rassistischen Grenzziehungen im Namen der Nation verdrängt. Nationalismus wurde zur ideologischen Grundlage für die Legitimation des Ausschlusses und der Gewalt gegenüber den „Anderen“. Als Zwangskollektiv lässt das Konstrukt der Nation dabei auch die „Eigenen“ nicht in Ruhe. Diese Entwicklung von der revolutionären Idee zur ethnischen Ausgrenzungsideologie war kein Zufall oder Resultat einer unglücklichen Abfolge historischer Ereignisse, sondern liegt in den gesellschaftlichen Verhältnissen der Moderne begründet.

Nationalismus stellt keine Kritik an den herrschenden Verhältnissen dar – sondern ist selber ein Teil von ihnen. Trotzdem hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg jede Revolution in nationalen Begriffen definiert. Und auch im globalisierten postkolonialen 21. Jahrhundert wird Befreiung weiterhin vorrangig national gedacht. Daraus ergeben sich viele Fragen: Wer soll heutzutage eigentlich von wem befreit werden? Wie kann es sein, dass baskische Kommunist_innen und deutsche Nazis beide ein „Europa der freien Völker“ fordern? Und wie kommt es, dass die Menschen bis heute massenhaft bereit sind, für diese „kümmerlichen Einbildungen der jüngeren Geschichte“ (Benedict Anderson) zu töten, zu sterben oder sich sonstwie aufzuopfern?

T. M. ist Soziologe und freier Autor (Jungle World, Konkret). In dem Vortrag wird es um Geschichte und Funktion des Nationalismus gehen, mit Fokus auf die (vermeintlich) linken Varianten und Nationalen Befreiungsbewegungen. Dabei wird aus einer ideologiekritischen Perspektive seine Funktionalität in der widersprüchlichen Moderne aufgezeigt und dem Verhältnis von Befreiung und Regression im Nationalismus nachgegangen. Nicht zuletzt soll es um Möglichkeiten und Grenzen einer antinationalen Kritik gehen.

Donnerstag 04.09.2014

14:00 Uhr:

Zeitzeuginnengespräch mit Romana Verdel in Klagenfurt/Celovec

Die Kärntner Slowenin Romana Verdel überlebte nur durch Zufall als sogenanntes „Banditenkind“, wie die Nazis Kinder von PartisanInnen bezeichneten, den Krieg. Weil ihre Familie engen Kontakt zu den PartisanInnen hatte, wurden sämtliche Angehörige von der Gestapo „abgeholt“. Da Verdel selbst sich gerade am Nachbarhof befand, konnte sie der Verschleppung entgehen, musste jedoch kurz darauf zu den PartisanInnen
gebracht werden, da ihre Nachbarin sie nicht dauerhaft verstecken konnte. Während des Krieges verlor sie 13 Familienangehörige. Im ZeitzeugInnengespräch wird sie von ihrer Kindheit an der Seite der PartisanInnen in Wäldern und Bunkern erzählen.

Ort: Volkshaus/Ljudski dom Klagenfurt/Celovec, Südbahngürtel 24
(vom Camp aus wird es eine organisierte Anreise zur Veranstaltung geben)

16:30 Uhr:

Antifaschistischer Stadtspaziergang durch Klagenfurt/Celovec

Im überschaubaren Raum der Kärntner/Koroške Landeshauptstadt muss nicht weit spucken, wer ein Denkmal treffen will. Mit dem antifaschistischen Stadtspaziergang möchten wir einen kritischen Blick auf die Klagenfurter Denkmallandschaft werfen und dazu einladen, sich mit der großteils „vergessenen“ nationalsozialistischen Geschichte und deren Konitunitäten bis heute auseinander zu setzen. Die Kärntner Geschichtsschreibung ist bis heute extrem deutschnational geprägt und wird von Antislawismus dominiert. Den zentralen Bezugspunkt stellt hier der so genannte „Kärntner Abwehrkampf “ dar: ein nach dem Ersten Weltkrieg nicht unüblicher Grenzkonflikt führte zu einer Volksabstimmung, bei der sich die Mehrheit der Menschen im umstrittenen Gebiet Südkärntens – meist aus wirtschaftlichen Gründen – am 10. Oktober 1920 für den Verbleib bei Österreich entschieden. Die antislawischen Ressientiments und die deutschnationale Ideologie boten einen fruchtbaren Boden für bald darauf entstehende nationalsozialistische Organisationen in Kärnten/Koroška. So stellt auch der „Anschluss“ 1938 keine besondere Zäsur in der Kärntner Geschichte dar, für die schon großteils in den Nazis nahestehenden deutschnationalen Organisationen aktiven BürgerInnen bildete der Nationalsozialismus eine logische Kontinuität. Eine Kontinuität die auch nach der Befreiung durch die Alliierten 1945 fortgesetzt wurde: Bereits in den 1950er Jahren wurden viele der ehemaligen NationalsozialistInnen rehabilitiert und fanden sich in gesellschaftlich und politisch angesehenen Positionen wieder. In diese Zeit fällt auch die Errichtung vieler revisionistischer Denkmäler, die an die „Opfer“ des Zweiten Weltkrieges – auf nationalsozialistischer Seite – erinnern. An die Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes wird im Gegensatz dazu kaum erinnert. Die meisten dieser wenigen Denkmäler wurden nach oft jahrelangem Kampf von antifaschistischen Initiativen errichtet. Bis heute werden antifaschistische Denkmäler angegriffen und pompöse Feiern vor deutschnationalen Symbolen veranstaltet.

Mit dem antifaschistischen Stadtspaziergang wollen wir die TäterInnengeschichte, die ihre Opfer stets ausklammert, dort thematisieren, wo sie sich in Stein gehauen präsentiert. Wir wollen auf jene Orte aufmerksam machen, die der Opfer gedenken, und uns an die Verbrechen erinnern und dadurch eins verhindern: dass sie je vergessen werden!

Treffpunkt: Volkshaus/Ljudski dom Klagenfurt/Celovec, Südbahngürtel 24

Freitag 05.09.2014

11:00 Uhr:

“Die politische Synthese des gesellschaftlichen Zwangs”* – Einführung in Grundtheorien materialistischer Staatskritik
Tobias S. (Bremen)

In diesem Workshop möchte ich einen Zugang zu den Auseinandersetzungen der marxisitschen Linken mit dem Staat anbieten. Es wird hier allerdings kaum um die Geschichte dieser Auseinandersetzung gehen – das Ziel ist, zwei Referenzrahmen zu entwickeln, die auch für heutige Analysen und Kritiken des Staates wesentlich geblieben sind. Gemeinsam werden wir uns den hegemonietheoretischen Zugang Antonio Gramscis und die Untersuchungen Eugen Paschukanis über das Verhältnis von Warenform, Rechtsform und Staatsform  aneignen. Welchen Stellenwert hat demnach der Staat in der kapitalistischen  Produktionsweise? Worin unterscheiden sich die beiden Zugänge? Welche Bedeutung haben diese Ergebnisse für eine radikale Staatskritik?
Diese und andere Fagen sollen mit Ausschnitten aus den betreffenden Texten gestellt und gemeinsam diskutiert werden. Zum Abschluss soll ein Ausblick über weitere zentrale Probleme des Staates gegeben werden

*(Johannes Agnoli)

14:00 Uhr:

Sexarbeit. Umkämpfte Körper.

Nicht erst seit dem Buch von Alice Schwarzer: „Prostitution – Ein deutscher Skandal“ wird die Frage der Sexarbeit und ihrer Regulierung wieder heiß diskutiert. Während vor allem Sexarbeiter_innen die Anerkennung ihrer Arbeit als „normaler“ Lohnarbeit fordern, beschreibt die andere Seite Sexarbeit als moderne Sklaverei und fordert staatliche Verbote und gesellschaftliche Ächtung. Der Workshop gibt Einblick auf Veränderungen in den Gesetzeslagen und Diskursen in Europa. Anschließend wollen diskutieren, ob Sexarbeit eine ganz normale Arbeit ist, oder, was sie von anderen Arbeitsformen unterscheidet. Das Kampffeld Sexarbeit soll vermessen werden. Kein Vorwissen nötig.

Ideologie als Ort des Klassenkampfes
Jan Bruckschwaiger (Wien)

So alt, wie angenommen werden könnte oder der fast selbstverständliche Gebrauch des Wortes suggeriert, ist der Begriff Ideologie noch nicht. Nicht viel jünger datiert sein erster pejorativer Gebrauch. Schon Napoléon hat die französischen Ideologen um Antione Destutt de Tracy der „Ideologie“ bezichtigt. Danach dauert es ein paar weitere Jahrzehnte bis der Begriff von Marx wieder aufgegriffen und in den Bereich der Politik verschoben wird. Im Zuge der Auseinandersetzungen im marxistischen Feld findet der Ideolgiebegriff dann verschiedene Aufprägungen wie etwa in den Begriffen der Entfremdung, der Verdinglichung, des Fetischismus oder eben auch der Hegemonie. Daneben hat er auch nie die napoleonische Verwendung als Kampfansage an politische Gegner_innen verloren.

Zuerst soll daher ein kurzer Abriss der Geschichte dieses relativ jungen Begriffs gegeben werden. Im Anschluss soll es die Möglichkeit einer Diskussion auf Grundlage zentraler Textstellen zum Begriff der Ideologie geben.

18:00 Uhr:

Sie schlittern wieder…
Ein Workshop eines Menschen von Straßen aus Zucker (Berlin)

Der Erste Weltkrieg, aktuelle geschichtspolitische Strategien und warum es auch für Linke lohnenswert ist, sich mit dem Krieg vor 100 Jahren zu beschäftigen.
Bis vor einem Jahr hatte die in den 1960er Jahren entwickelte Forschungsposition, dass Deutschland im Verbund mit Österreich-Ungarn die Hauptschuld für den Ausbruch des Ersten Weltkrieg trage, noch wie ein befriedetes Terrain gewirkt. Seit Erscheinen des Bestsellers von Christopher Clark „Die Schlafwandler“ geht in Deutschland und in
verminderter Intensität auch in Österreich ein geschichtspolitischer Roll-Back vonstatten, der es in sich hat. Nun sind die Staaten wahlweise in den Krieg geschlittert, hat das politische Personal geschlafwandelt bishin, dass imperiale Ideologie nur in Frankreich, Rußland und Großbritannien am Werk gewesen sei. In dem Workshop sollen sich zuerst diese Debatte und die Hauptargumentationen angeschaut werden. In einem zweiten Teil soll dann der Frage nachgegangen werden, worin in einer Beschäftigung mit dem „Großen Krieg“ von 1914-1918 der Mehrwert für eine linke Analyse besteht. Hier soll es vorrangig um die „nationale Frage“ und ihre Beantwortung in der deutschsprachigen Arbeiter_innenbewegung und um die Leerstellen traditionsmarxistischer Imperialismus- und Kriegskritik gehen. Kein Vorwissen nötig.

PartisanInnenfilme“: Zum Wandel der Auseinandersetzung mit dem Volksbefreiungskrieg im jugoslawischen Spielfilm – antifaschistische Erinnerungsarbeit als sozialer Prozess

Anhand von ausgewählten Filmbeispielen sollen Veränderungen in Form und Inhalt der Erinnerung an den 2. Weltkrieg und den antifaschistischen Kampf der PartisanInnen in jugoslawischen Spielfilmen von 1945 bis in die 1970er Jahre nachgezeichnet und diskutiert werden.

Neben dem Blick auf die Filme als Teil sozialistischer und antifaschistischer Kultur wird – auch anhand von Beispielen aus anderen Bereichen der historischen Erinnerungskultur (Denkmäler, etc.) – vermittelt, wie sich konkrete antifaschistische Positionen und Stellungnahmen aus ihrem jeweiligen spezifischen Kontext heraus formen, und so ein Konnex zu antifaschistischer Theorie und Praxis heute geschaffen.

Samstag 06.09.2014

11:00 Uhr:

Krise, Angst und die Attraktivität des Rechtspopulismus
Workshop zur Einführung in die psychoanalytische Sozialpsychologie
Markus Brunner, Wien

In diesem einführenden Workshop in die psychoanalytische Sozialpsychologie wollen wir uns beispielhaft mit der Attraktivität des Rechtspopulismus beschäftigen. Es wird dabei darum gehen zu verstehen, weshalb in gesellschaftlichen Krisenzeiten und in einem dadurch erhöhten Angstklima Ideologieangebote die Menschen ansprechen. Angedockt wird von rechter Propaganda an Ängste und in der Sozialisation erworbene Abwehrmuster: Die Eigen- und Fremdbilder, das imaginäre „Wir“ wie die Bedrohungsszenarien, mit welchen der Rechtspopulismus arbeitet, sind tief im seelischen Haushalt verankert, weil sie der projektiven Abwehr von Angst dienen. Im Workshop werden wir versuchen zu erörtern, wie in der Sozialisation erworbene psychische Abwehrkonstellationen, gesellschaftliche Krisensituationen und rechte Propaganda auf komplexe Weise zusammenspielen, um eine Massenbewegung formieren, die der Krise mit Feindbildungsprozessen zu begegnen versucht und den Teilnehmer_innen ermöglicht, Ängste zu binden und Aggressionen gezielt auszuagieren.

14:00 Uhr:

Workshop: „Reform und Revolution“
KSV_LiLi

Die Frage nach „Reform“ und „Revolution“ zieht sich seit den Anfängen bürgerlicher Staatlichkeit durch die Debatten staatskritischer und/oder antikapitalistischer Bewegungen. Im Workshop soll einerseits den verschiedenen theoretischen Positionen und deren Entwicklung nachgegangen werden, andererseits sollen Implikationen für eine aktuelle Praxis gesucht werden. Ansätze folgender Theoretiker_innen können diskutiert werden: Marx, Engels, Lenin, Luxemburg, Gramsci, Poulantzas, Agnoli und Frigga Haug. Abschließend soll die Frage gestellt werden, ob eine „revolutionäre Realpolitik“ möglich ist und was deren praktische Implikationen sein könnten.

Kritik der Austeritätspolitik
Transform, Wien

Der Neoliberalismus in Europa und USA ist in der Krise, die öffentliche Hand muss einspringen, Bankenschulden werden zu Staatsschulden umgewandelt. Um die zu finanzieren reagieren die Herrschenden mit Austeritätspolitik. Das bedeutet das Kürzen von Pensionen und öffentlichem Dienst, Kürzungen und Privatisierungen bei Bildung, Gesundheit, Pflege, Infrastruktur. Aber es wird nicht nur gespart und privatisiert, erkämpfte Arbeitsschutzrechte, Mindestlöhne, Kollektivverträge, Recht auf Streik und Organisierung werden abgeschafft, Pressefreiheit,Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit und alles was den real existierenden Kapitalismus stören könnte, wird beschränkt.

Durch die Krisenpolitik ist die Kluft zwischen Arm und Reich angewachsen, die Reichen werden reicher und große Teile der Bevölkerungen Europas verarmen und finden sich vor existentielle Probleme gestellt und mit wenigen Zukunftsaussichten wieder.

Darüber und über das Erstarken von Nationalismen, Rassismus, Antisemitismus und patriarchaler Unterdrückung und über die Proteste und den Widerstand in Europa möchte ich einen Überblick geben.

18:00 Uhr:

Begriffe von Gewicht. Patriarchat und heteronormative Matrix.
Antifaschistischer Frauenblock Leipzig

Patriarchat, heteronormative Matrix, Sexismus, Frauenunterdrückung – Begriffe, hinter denen sich verschiedene Konzepte von feministischer Gesellschaftskritik verbergen. Anstatt wilder und sinnfreier Wortjonglage wollen wir diese Konzepte offen legen und einer Kritik unterziehen. So wie sich die gesellschaftliche Realität verändert, wandeln sich auch die Begriffe, die zu ihrer Analyse herangezogen werden. »Patriarchat« gilt in manchen Kreisen als altbacken, verstaubt und dem Oldschool-Feminismus zugehörig. Dagegen kommt »heteronormative Matrix« für andere als abstrakter und unzugänglicher Szenejargon daher, der sich in queeren Zusammenhängen zwar großer Beliebtheit erfreut, für die Außenwelt, die Judith Butler nicht gelesen hat, aber eine leere Worthülse bleibt. Das Für und Wider und die Treffsicherheit der beiden Konzepte sollen diskutiert werden.

Sonntag 07.09.2014

Aufräumen/Abreise